Sukkulenter Nachwuchs: Vermehrungstypen der Sukkulenten-Pflanzen

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Sukkulenten können mit Ableger vermehrt werden.

Sukkulenten sind nicht nur besonders pflegeleichte und robuste Zeitgenossen, sie verzaubern auch jedes Beet oder jede Fensterbank mit ihren faszinierenden, grünen Blattrosetten und den zierlichen Blüten. Hinzu kommt, dass sich beinahe jede Sukkulenten-Art auf leichte Weise vermehren lässt.

Vermehrungsmethode Nr. 1: Nachwuchssicherung durch Kindel

Diejenigen wasserspeichernden Pflanzen, die unverzweigt wachsen, bieten Ihnen die unkomplizierteste Vermehrungsmethode nahezu auf dem Silbertablett an: Diese Sorten bescheren Ihnen den eigenen Nachwuchs fertig und in großer Anzahl in Form von Kindeln. Letzteres ist die Bezeichnung von Ablegern bei Sukkulenten.

Die Nebensprossen sprießen an der Basis der Mutterpflanze und bilden quasi die Miniversion von ebendieser. Bei anderen Pflanzenarten müssen Sie in der Regel warten, bis diese Kindel eigene Wurzeln gebildet haben – Bei Sukkulenten müssen Sie sich mit dem trennenden Schnitt nicht zwingend gedulden.

So schneiden Sie Kindel richtig

Um Ableger von Ihrer sukkulenten Mutterpflanze zu nehmen, sollten Sie wie folgt vorgehen:

  1. Trennen Sie einen Kindel ab, welcher bereits erkennbar die äußere Form der Mutterpflanze angenommen hat.
  2. Erfassen Sie diesen Kindel zwischen zwei Fingern und brechen ihn vorsichtig ab.
  3. Wenn dies nicht gut gelingt, können Sie die Ableger auch mit einem scharfen Messer abschneiden.
  4. Lassen Sie die Schnittwunde der Jungpflanze für ein bis zwei Tage luftig antrocknen.
  5. Setzen Sie anschließend den abgetrennten Nebenspross mit der getrockneten Schnittfläche in einen Topf, welcher mit feuchter Sukkulenten- oder Kakteenerde gefüllt ist.
  6. Drücken Sie abschließend das Substrat so gut fest, dass ein Bodenschluss entsteht.

Extra-Tipp: Lassen Sie Ihre Jungpflanze eine Woche regenierieren, bevor Sie mit dem gießen beginnen.

Vermehrungsmethode Nr. 2: Blattstecklinge nehmen

Bei reich-beblätterten Sukkulenten (wie z.B. Agaven, Geldbäume oder Glücksfedern) bietet sich am besten die Vermehrung über Blattstecklinge an. Bei dieser Methode wird beabsichtigt, dass ein Blatt der Sukkulente entlang eines Wundschnitts bewurzelt wird und sich daraus ein oder mehrere Nachkömmlinge entwickeln können.

Die geeignteste Zeit für diese Vermehrungsart ist das beginnende Frühjahr. So kann der Blattsteckling im Sommer die warmen Temperaturen optimal für die Vegetationsphase nutzen.

So nehmen Sie Blattstecklinge richtig

Wenn Sie von Ihrer Pflanze Stecklinge nehmen möchten, sollten Sie dabei diese Schritte anwenden:

  1. Füllen Sie eine Schale bzw. einen Topf mit einem Gemisch aus Anzuchtserde und Kokosfasern.
  2. Besprühen Sie diesen Mix mit weichem Wasser.
  3. Brechen oder schneiden Sie die gewünschte Zahl an Blättern von der Mutterpflanze ab.
  4. Schneiden Sie anschließend einen dünnen Streifen vom Blattrand der abgetrennten Blätter ab (am besten mit Rasierklinge), um so das saftreiche Gewebe freizulegen.
  5. Legen Sie nun die zugeschnittenen Stecklinge flach auf den angefeuchteten Erdboden und drücken Sie sie vorsichtig an.
  6. Entlang des saftigen Gewebes werden am Blatt in den nächsten Tagen mehrere Mini-Sukkulenten entstehen.
  7. Besprühen Sie bis zu ihrem Entstehen das Substrat mit lauwarmen Wasser an, sobald es zu trocknen beginnt.
  8. Wenn die bewurzelten Mini-Sukkulente eine Wuchshöhe von zirka 3 cm erreicht haben, können Sie die Pflänzchen vom Blattsteckling abschneiden.
  9. Nun sollten Sie in kleine Töpfe umgetopft werden, in welchen sie das Wachstum sowie das Bewurzeln schnell fortsetzen.
  10. Bohren Sie in die Anzuchttöpfe ein kleines Pflanzenloch mit ihrem Finger vor, in welches die frischen und empfindlichen Wurzeln der Mini-Sukkulenten Fuß fassen können.

Vermehrungsmethode Nr. 3: Aussaat von Sukkulenten-Samen

Die ersten beiden Methoden (Kindel- und Blattstecklingabnahme) fallen unter die vegetative Vermehrung und Sie können dabei lediglich eine begrenzte Zahl junger Sukkulenten kultivieren. Wenn Sie eine ganze Familie an Jungpflanzen haben möchten, sollten Sie die generative Vermehrung mit Hilfe der Samenaufzucht nutzen.

Diese Methode ist nicht nur aufwändiger in der Arbeit, sondern benötigt auch deutlich mehr Zeit als die anderen Vermehrungsarten sukkulenter Pflanzen. Zudem braucht es einen gewissen Grad an gärtnerischem Fingerspitzengefühl.

So ziehen Sie Sukkulenten aus Samen auf

Haben Sie sich für eine Aufzucht über das Saatgut von sukkulenten Mutterpflanzen oder aus dem Fachhandel entschieden, können Sie folgenden Ablauf anwenden:

  1. Füllen Sie eine Saatschale mit magerer Anzuchtserde auf einer zirka 1 cm hohen Drainage-Schicht (z.B. aus Blähton) auf.
  2. Feuchten Sie das Substrat mit kalkfreiem Wasser gut an.
  3. Sieben Sie anschließend über die Saaterde kalkfreien Quarzsand über.
  4. Auf diese Schichten können Sie anschließend die sukkulenten Samen streuen und diese mit einem Brettchen leicht andrücken.
  5. Wenn Sie das Saatgefäß mit einer Glassscheibe abdecken bzw. mit einer Klarsichtfolie überziehen, erzeugen Sie so den Effekt eines Gewächshaus-Klimas.
  6. Stellen Sie nun die Samen an einen halbschattigen Standort bei zirka 25° auf.

Nachsorge bei Sukkulenten-Keimlingen

Dabei hängt die genaue Keimzeit der Samen jeweils von der entsprechenden Sukkulenten-Art ab. Doch normalerweise setzt die Keimung innerhalb von zwei bis drei Wochen ein. Unter dem Schutz der gläsernen Abdeckung haben die Keimlinge ein warm-feuchtes Klima, welches keine zusätzliche Wasserverabreicherung erfordert.

Achten Sie darauf, dass Ihr Saatgut während der Keimzeit keiner direkten Sonneneinstrahlung ausgesetzt ist. Wenn dann die ersten Keimlinge sichtbar werden, hat die Abdeckung ihren Zweck erfüllt und kann abgenommen werden. An der frischen Luft reifen die Sukkulenten-Keimlinge nun aus. Der gesamte Zeitraum für dieses Vorhaben dauert in der Regel bis zu 12 Monaten: Ab dann können die Sukkulenten-Keimlinge pikiert werden.