Gummibaum verjüngen – wie geht das?

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Über Stecklinge lassen sich neue, junge Exemplare des Ficus ziehen

Üblicherweise verwenden Hobbygärtner den Begriff „verjüngen“ für einen radikalen Rückschnitt älterer Pflanzen. Beim Gummibaum, bot. Ficus elastica, ist dies etwas anders. Bei dieser Zimmerpflanze meint der Begriff, aus älteren, manchmal stark verkahlten Pflanzen, neue zu ziehen.

Verjüngen

Es gibt zwei Möglichkeiten, um aus einem älteren Gummibaum junge, frische Pflanzen zu ziehen:

  • Abmoosen
  • Stecklinge

Abmoosen

Das Abmoosen hat den Vorteil, dass die neuen Gummibäume von Beginn an relativ groß sein können. Außerdem haben abgemooste Jungpflanzen in der Regel bereits mehrere Blätter. Als Nachteil kann gesehen werden, dass die Prozedur nicht ganz einfach und mit viel Geduld verbunden ist. Der ideale Zeitpunkt, um den Gummibaum durch Abmoosen zu verjüngen, ist im Frühjahr, genauer im März.

Wickel anlegen

  • gesunden und kräftigen Trieb auswählen
  • schrägen Schnitt unterhalb eines Blattknotens ansetzen
  • einige Zentimeter schräg nach oben schneiden
  • einen dünnen Holzkeil oder ein Zündholz in den Spalt stecken
  • Schnittstelle mit gut durchnässten Moos umwickeln
  • darüber eine dickere Schicht durchsichtige Plastikfolie wickeln
  • Folie oben und unten zubinden

Nun heißt es Geduld haben, denn der Wickel darf erst entfernt werden, wenn er voll mit Wurzeln ist. Dies kann einige Monate dauern. In der Wartezeit pflegen Sie den Gummibaum ganz normal weiter. Achten Sie bei der Pflege darauf, dass das Moos immer gut feucht ist. Kommt es Ihnen zu trocken vor, können Sie mit einer Spritze Wasser in den Wickel injizieren.

Wickel abnehmen

Ist der Wickel prall mit Wurzeln gefüllt, schneiden Sie den Trieb knapp unterhalb des Paketes ab. Nun können Sie Plastikfolie und Moos vorsichtig entfernen. Den kleinen Gummibaum setzen Sie in einen Topf mit Erde und pflegen ihn wie einen großen.

Stecklinge

Stecklinge sind die einfachere Methode, den Gummibaum zu verjüngen. Allerdings müssen Sie länger warten, bis eine stattliche Jungpflanze herangewachsen ist.

Stecklinge können Sie von den weichen Triebspitzen schneiden oder aus einem verholzten Trieb mit einem schlafenden Auge. In beiden Fällen entfernen Sie alle Blätter bis auf das oberste. Danach stellen Sie den Kopfsteckling aus der Triebspitze in ein Glas mit lauwarmem Wasser. Der Knotensteckling kommt sogleich in Anzuchterde.

Hat der Steckling nach einigen Wochen Wurzeln gebildet, kann er in einen kleinen Topf mit Erde gepflanzt werden.