Die Zucht von Tulpen dauert Jahrzehnte. Bis eine neue Tulpensorte auf den Markt kommt, sind viele Hürden zu bewältigen und so dauert es manchmal bis zu 30 Jahren bis das Ziel erreicht ist. Das begründet sich unter anderem darin, dass Tulpen nicht, wie andere Blumen, im Labor gezüchtet werden können. Der Tulpenzüchter benötigt Zeit und viel Platz für Samengewinnung, Aussaat und Zwiebelpflege.
Eigene Tulpen züchten
Wer privat Tulpen züchten möchte, hat sich ein anspruchsvolles Ziel gesetzt. Dieses ist jedoch mit viel Geduld und Glück durchaus erreichbar. Diese Schritte werden nacheinander ausgeführt:
- Tulpenzwiebeln pflanzen
- Tulpen gut pflegen
- Samenstände ausreifen lassen und ernten
- Samen stratifizieren
- warten bis die Keimtriebe welken
- kleine Blumenzwiebeln ausgraben
- Zwiebelchen in separate Töpfe pflanzen
Tulpen pflanzen und pflegen
Tulpenzwiebeln kommen im Herbst in die Erde und erhalten zum Start etwas Dünger. Wenn die Keimung im Frühjahr erfolgt ist, wird auf eine gute Nährstoff- und Wasserversorgung geachtet. Die Tulpe sollte kräftig wachsen, eine schöne Blüte bekommen und durch Insekten bestäubt werden.
Samenstände
Nach der Befruchtung entwickelt sich aus dem Fruchtknoten ein Samenstand, der bis zum Ende des Sommers vertrocknet. Bevor er seitlich aufbricht, sollte die Samenernte stattfinden. Man schneidet die Samenkaspel ab und zerreibt sie. Dann werden die Samenkörner herausgesiebt.
Die Stratifizierung
Der Tulpensamen besitzt eine natürliche Keimhemmung, die durch einen Kältereiz verschwindet. Im Garten sät man die Samen ab Oktober in ein Gemisch aus Sand und Blumenerde. Die Samen werden dünn abgedeckt und mit etwas Splitt beschwert. Dann lässt man die Töpfe an einem halbschattigen Ort stehen. Fällt im Winter Schnee, ist das positiv für die Überwindung der Keimhemmung. Bei wenig Niederschlägen muss immer etwas gegossen werden.
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Die neuen Zwiebelchen
Im Frühjahr wachsen aus den Samenkörner lange Keimtriebe, an denen sich im Erdreich kleine Tulpenzwiebeln entwickeln. Sobald die Keimtriebe zum Ende des Frühlings verwelken und abfallen, können die kleinen Zwiebelchen ausgegraben werden. Jede Zwiebel erhält einen eigenen Topf mit Anzuchterde. Man stellt sie an einen halbschattigen, geschützten Ort und wartet ab. Je nach Zwiebelwachstum, wird der Topf hin und wieder vergrößert. Das Substrat wird feucht gehalten und in größeren Abständen über Flüssigdünger mit neuen Nährstoffen versorgt. Es dauert jedoch etwa fünf Jahre, bis die selbst gezogene Tulpenzwiebel das erste mal eine Blüte entwickelt.