Sind Tulpen essbar?

tulpen-essbar
Auf das Essen von Tulpen sollten Sie verzichten.

Tulpen fehlen in keinem Frühlingsstrauß. Sie haben prachtvolle Blüten, lassen sich gut mit anderen Frühblühern kombinieren und sind in der Vase lange haltbar. Doch kann man Tulpen auch essen? Haben sie einen Platz in der modernen Küche?

Tulpen kann man essen

Diese Aussage kann nicht als allgemein gültig angesehen werden. Zum einen sollen die Blütenblätter angeblich einen Salat bereichern, zum anderen sind die Zwiebeln giftig und führen zu Magen-Darm-Problemen. Was ist nun richtig?

Tulpenblüten verwenden

Die Blütenblätter der Tulpen können in Salaten oder Süßspeisen als Dekoration dienen. Sie sollen angeblich leicht süßlich schmecken und sind für den Verzehr auch nicht als giftig einzustufen. Laut Aussagen der modernen Blütenküche sind Tulpenblüten der Hingucker auf warmen und kalten Gerichten. Folgende Zubereitungen sind denkbar:

  • Werden aus den großen Blütenkelchen die Stempel herausgebrochen, kann in dem natürlichen Behältnis beispielsweise ein Krabbencocktail oder ein Waldorfsalat angerichtet werden.
  • Die Blüten können auch mit Gemüsepüree oder beim Nachtisch mit einer Quarkspeise gefüllt werden.
  • Bunte Blütenblätter sind der Hingucker in gemischten Blattsalaten.
  • Tulpenblüten können in flüssige Schokolade getaucht oder mit Eiweiß und Zucker in eine Süßspeise verwandelt werden.

All diese leckeren Varianten sind jedoch nur bekömmlich, wenn die Tulpen aus ökologischem Anbau stammen. Anderweitig gezogene Tulpen werden fast immer mit Pflanzenschutzmitteln und diversen anderen Chemikalien behandelt.

Kann man Tulpenzwiebeln essen?

Tulpenzwiebeln enthalten Tuliposide. Bei Hautkontakt führt dieser Stoff zu Reizungen, der sogenannten Tulpendermatitis. Man kann dies verhindern, indem man bei Kontakt mit Tulpen Gartenhandschuhe trägt. Beim Verzehr des Giftes entstehen Beeinträchtigungen im Magen-Darm-Trakt. Es kann zu Durchfall, Erbrechen und Krämpfen kommen. Selbst Fälle mit Atemstillstand sind bekannt. Einschlägige Versuche haben ergeben, dass nicht mehr als 4 Tulpenzwiebeln ohne Gesundheitsgefahr verzehrt werden sollten.

Im rohen Zustand sollen die Zwiebeln sehr bitter schmecken, nach 15 Minuten Kochzeit ist die Zwiebel immerhin genießbar. Sie hat angeblich ein süßliches Aroma, jedoch einen brennenden Nachgeschmack, der die Zunge pelzig werden lässt. Daher sollte man in der Küche doch eher auf die herkömmliche Zwiebel zurück greifen.

Allerdings haben Tulpenzwiebeln im Kriegswinter 1944 vielen Menschen das Leben gerettet. Aufgrund der allgemein herrschenden Hungersnot, öffneten die niederländischen Behörden die Läger mit großen Mengen Tulpenzwiebeln. Diese kochte man wie Kartoffeln und füllte die leeren Mägen.