Ahorn – warum welkt und vertrocknet der neue Austrieb?

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Wenn der Austrieb vom Ahorn welkt, ist die Sorge groß

Für den Ahorn kann das Winterende nicht früh genug kommen. Kaum kündigt sich der Frühling mit ein paar sonnigen Tagen an, fängt er neu auszutreiben. Doch dann auf einmal kommt das Wachstum ins Stocken. Weit schlimmer, die Triebspitzen hängen kraftlos herab und vertrocknen. Welch unsichtbare Kraft ist da am Werk?

Ursache für welken Austrieb

Der Zeitraum des unglückseligen Geschehens ist das Frühjahr, wenn der Ahorn zu neuem Leben erwacht. Der frische Austrieb welkt umfangreich und sozusagen über Nacht. Hinter einer so plötzlichen und gravierenden Veränderung steckt eine starke Kraft: der Frost! Obwohl der Ahorn an sich winterhart ist, ist sein frischer Austrieb zart und frostempfindlich. Und obwohl sich einige Frühlingstage warm und sonnig zeigen, können in der Nacht Spätfröste den Baum einhüllen. Es ist dann nur eine Frage von wenigen Stunden, bis die Triebe ihre Vitalität komplett eingebüßt haben.

Besonders gefährdet sind der Spitzahorn und der Schlitzahorn und speziell Bäume, deren Standort in einer Senke oder in einer Ebene liegt. Denn bis Mitte Mai kann der Frost dort zusammenfließen und sogenannte Kaltluftseen mit eisigen Temperaturen bilden.

Hinweis:
Welkt der Austrieb nur stellenweise, steckt möglicherweise die gefürchtete Verticillium-Welke dahinter. Sie müssen diesem Verdacht unbedingt nachgehen, denn die Krankheit ist sehr ansteckend. Sie werden um eine Baumrodung nicht umhinkommen.

Was tun nach Austriebsterben?

Die Erfrierungen sind für den Ahorn selten lebensbedrohlich. Höchstens für einen frisch ausgepflanzten Jungbaum. Ganz zu unterschätzen sind die Frostschäden jedoch nicht, denn die beschädigten Spitzen sind Tür und Tor für Krankheiten und Schädlinge. Schneiden Sie erfrorenen Austrieb bis ins gesunde Holz zurück. Warten Sie geduldig bis Juni, dass der Baum aus eigener Kraft neu austreibt. Sollte noch Frostgefahr bestehen, versuchen Sie den Baum vor weiteren Erfrierungen zu schützen.

Tipps & Tricks

Wenn Sie nicht wissen, wo erfrorenes Holz endet und gesundes Holz anfängt, dann machen Sie den Vitalitätstest. Kratzen Sie unterhalb der erfrorenen Knospen vorsichtig etwas von der Rinde ab. Kommt grünen Farbe zum Vorschein, ist das Holz darunter gesund. Totes Holz dagegen hat eine braune Färbung.

So helfen Sie dem Ahorn gegen Frost

Der winterharte Ahorn entwickelt seine Winterhärte sukzessive mit den Jahren. Sie können ihn dabei unterstützen und zusätzlich in frostigen Nächten schützen:

  • Ahorn im Herbst mit Kalium versorgen
  • zum Beispiel mit Patentkali oder Beinwelljauche düngen
  • Zellwende werden gestärkt, der Gefrierpunkt des Zellwassers gesenkt
  • bei Frostgefahr die Baumkrone schützen
  • ideal ist eine Haube aus atmungsaktivem Vlies