Buchsbaum selber züchten – haben Sie Geduld zu bieten?

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Die Stecklinge vom Buchsbaum können direkt ins Beet ziehen

Ein einzelner Buchs lässt sich nicht in eine lange Buchsbaumhecke verwandeln. Dafür müssen viele Exemplare gepflanzt werden. Kommen die Jungpflanzen aus dem Handel, kann zusammengerechnet eine schöne Summe fällig werden. Wer Zugang zu einer Mutterpflanze hat und überdies über viel Geduld verfügt, kann Buchsbäume auch günstig selber ziehen.

Zeit und geeignete Stecklinge

Grundsätzlich kann der immergrüne Buchs das ganze Jahr über vermehrt werden, notfalls eben im warmen Haus. Doch die ideale Zeit sind die Monate Juni bis August. Um das sehr langsame Wachstum zu kompensieren, können größere Stecklinge mit einer Länge von 20 bis 30 cm verwendet werden. Aber auch nur wenige Zentimeter langen Triebe können zum Bewurzeln gebracht werden. Versuchen Sie Risslinge zu gewinnen, weil diese besser anwurzeln.

  • einen großen, kräftigen und mehrmals verzweigten Trieb auswählen
  • Seitentriebe müssen ausgereift sein, sonst faulen sie
  • idealerweise sind sie mind. zwei Jahre alt und etwa 10 cm lang
  • Trieb abschneiden, danach Seitentriebe abreißen
  • an jedem Steckling sollte der Astring verbleiben (Zunge mit der Schere einkürzen)
  • das untere Drittel von Blättern befreien
  • Enden mit einem Bewurzelungshormon behandeln
  • Triebspitzen jeweils um ein Drittel einkürzen

Hinweis:
Der Buchsbaum lässt sich zwar auch aus Samen züchten. Doch dieser Vermehrungsweg ist derart anspruchsvoll, dass er für den Hausgarten nicht zu empfehlen ist.

Stecklinge direkt ins Beet einpflanzen

Größere Stecklinge können innerhalb der optimalen Vermehrungszeit für die Anwurzelung direkt ins Gartenbeet gesteckt werden. Dafür muss die Erde zuvor gut aufgelockert und mit Kompost angereichert werden.

  • das komplette untere Drittel des Stecklings in die Erde stecken
  • Blätter dürfen kein Erdkontakt haben (erhöhtes Risiko für Pilzinfektionen)
  • Erde gut wässern und danach durchgehend leicht feucht halten
  • Achtung: Staunässe kann zu Fäulnis führen!
  • an sonnigen und/oder windigen Standorten vor Frost schützen
  • zum Beispiel im Herbst mit Reisig abdecken
  • im Frühjahr umpflanzen

Stecklinge im Mini-Gewächshaus anwurzeln

Kleinere Stecklinge werden besser im Haus bewurzelt. Das warme Heim bietet sich auch für alle Vermehrungen außerhalb der optimalen Zeit an. Wählen Sie dafür ein Mini-Gewächshaus mit Abdeckung, die Sie täglich lüften. Verwenden Sie nährstoffarme Anzuchterde, die Sie durchgehend leicht feucht halten. Ein heller Platz auf der Fensterbank ist ideal. An warmen Tagen kann es auch draußen im Halbschatten stehen. Auf alle Fälle müssen die Stecklinge den ersten Winter im Haus überwintern. Pflanzen Sie angewurzelte Exemplare erst im Frühjahr des Folgejahres aus.

Tipps & Tricks

Wenn Sie kein Mini-Gewächshaus besitzen, verwenden Sie stattdessen einfache Töpfe, über die Sie eine durchsichtige Plastiktüte stülpen. So erzeugen Sie ebenfalls ein feucht-warmes Klima.