Kerbel säen – der richtige Umgang mit dem „Sensibelchen“

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Kerbel wächst gerne halbschattig.

Keine Sorge, das Wort Sensibelchen ist vielleicht etwas übertrieben. Denn seine empfindliche Seite zeigt Kerbel nur, wenn die Aussaat nicht optimal erfolgt ist. Treffen seine Samen dagegen auf ideale Bedingungen, gedeiht das Kraut überaus gesund und wuchsfreudig. Mehr über alles, worauf es ankommt.

Der richtige Aussaatzeitpunkt

Um einen früheren Erntebeginn bemüht, möchte so mancher Gärtner den einjährigen Kerbel im Haus vorziehen. Doch Kerbel lässt sich ungern umpflanzen, kann dann sogar eingehen. Eine Direktaussaat ab Mitte Mai ist daher zu bevorzugen. Sind keine strengen Fröste zu befürchten, beispielsweise in einer milden Region, kann die Aussaat bereits Mitte März erfolgen. Soll der Kerbel im Haus im Topf wachsen, sollten Sie ihn ebenfalls schon im März aussäen. Ihn früher auszusäen nützt nichts, denn der Mangel an Licht bringt nur einen spärlichen, in die Länge gehenden Wuchs hervor.

Tipps & Tricks

Kerbel wächst und blüht rasch nach der Aussaat, insbesondere in warmen und trockenen Zeiten. Dann werden seine Blätter bitter und damit unbrauchbar. Um den Erntezeitraum auszudehnen, säen Sie Kerbel portionsweise alle zwei Wochen aus, bis in den Oktober hinein.

Samen sind nur ein Jahr ausreichend keimfähig

Nutzen Sie für den Anbau von Kerbel nur Samen, die Sie im Vorjahr geerntet haben. Bei älteren Samen lässt die Keimfähigkeit stark nach. Müssen Sie auf Samen aus dem Handel zurückgreifen, so achten Sie auch hier auf Frische. Dort werden auch Samen von Koriander und Petersilie angeboten, die dem Kerbel zwar ähneln, aber ganz anders schmecken! Sie sind also kein Ersatz!

Kennzeichen des idealen Standorts

Um das wunderbarste Aroma aus diesem Kraut rauszuholen, sollten Sie ihm einen idealen Standort bieten. Dann liefert Kerbel reichlich Triebe, sodass Sie einige davon für den Winter einfrieren können. Haben Sie bei der Standortsuche folgende Punkte im Fokus:

  • Halbschatten
  • alternativ sonnig, aber ohne Mittagssonne
  • tiefgründig gelockerte, durchlässige Erde
  • nährstoffreich und humos
  • bei Bedarf mit Quarzsand oder Perliten auflockern
  • kargen Boden mit Kompost anreichern

Kerbel möchte seinen Standort nicht mit anderen Pflanzen teilen, eignet sich daher nicht für Mischkulturen. Mit Salat verträgt er sich allerdings gut und hält mit seinen Aromastoffen sogar Schnecken von ihm fern.

So erfolgt die Aussaat

Streuen Sie die Samen breitflächig aus oder in Reihen mit 15 cm Abstand. Drücken Sie sie danach nur leicht an. Mit Erde dürfen sie nicht bedeckt werden, da Kerbel ein Lichtkeimer ist. Gießen Sie die Erde mit feiner Brause an und halten Sie sie auch danach durchgehend leicht feucht. Bei Temperaturwerten zwischen 18 und 20 °C wird sich innerhalb von 2-3 Wochen erstes Grün zeigen.