Die 9 beliebtesten Heilpflanzen + 1 Geheimtipp

Für viele Krankheiten hält die Natur das passende Kraut bereit. Wir stellen Ihnen in diesem Artikel die neun beliebtesten Heilpflanzen vor und verraten Ihnen unseren Geheimtipp.



1. Echte Kamille (Matricaria recutita L., Chamomilla recutita)

Echte Kamille
Echte Kamille erkennen Sie an ihrem locker buschigen Wuchs sowie den von Mai bis Juli erscheinenden, weißen Körbchenblüten mit gelbem Blütenkorb. Kamille duftet sehr angenehm nach vollreifen Äpfeln. Das Heilkraut wirkt entzündungshemmend und antibakteriell. Klassisch eingesetzt wird Kamille bei Magenverstimmung, Völlegefühl oder Blähungen.

2. Pfefferminze (Mentha x piperita)

Pfefferminze
Die krautig wachsende Pfefferminze ist winterhart und äußerst robust. Je nach Sorte sind die Blätter hell-, dunkel- oder rötlichgrün gefärbt. An deren Unterseite befinden sich Öldrüsen, die das duftende Pfefferminzöl mit dem charakteristisch frischen Aroma absondern. Zwischen Juni und September bildet die Pfefferminze weiße, rosafarbene oder violette Scheinähren. Die Heilpflanze wird wegen ihrer krampflösenden und entzündungshemmenden Eigenschaften schon seit Jahrhunderten geschätzt.

3. Ringelblume (Calendula officinalis)

Ringelblume
Die Ringelblume ist eine der am längsten in den Gärten kultivierte Zierpflanze und wird auch wegen ihrer Heilwirkung angebaut. Die aufrecht buschig wachsende, einjährige Staude erkennen Sie an den leuchtend gelben oder orangen Blüten, die abhängig von der Sorte einen dunklen Blütenkorb haben. Nachts schließen sich die Blüten typischerweise. Die abgezupften Blütenköpfchen werden in Salben verarbeitet und helfen in dieser Form der entzündeten oder verletzten Haut.

4. Fenchel (Foeniculum vulgare)

Fenchel
Gewürzfenchel bildet keine Knolle aus, sondern gedeiht als zweijährige, krautige Pflanze mit mehrfach gefiederten Laubblättern. Erst im zweiten Standjahr zeigen sich die doppeldoldigen Blütenstände, die von zahlreichen Insekten besucht werden. Aus ihnen bilden sich die halbmondförmigen, angenehm nach ätherischen Ölen duftenden Fenchelsamen. Der sanft wirkende Fenchel-Tee wirkt lindernd bei Magenkrämpfen oder Blähungen. Er wird wegen seines milden Aromas gerne Kindern gegeben.

5. Gemeine Schafgarbe (Achillea millefolium)

Gemeine Schafgarbe
Schafgarbe wächst wild auf Äckern und Weiden, gedeiht aber auch auf kargem Ödland. Sie erkennen diese Pflanze an den sehr filigranen Fiederblättern und den ab Juni erscheinenden, weißen Trugdolden. Die entzündungshemmende Wirkung der Gemeinen Schafgarbe ist wissenschaftlich belegt. Als Sud oder Badezusatz kann diese Heilpflanze beispielsweise bei Verdauungsproblemen oder Menstruationsbeschwerden helfen.



6. Salbei (Salvia officinalis)

Salbei
Der aus dem Mittelmeerraum stammende Salbei ist eine wertvolle Würz- und Arzneipflanze. Er gedeiht horstig und bildet zahlreiche aufrechte Triebe, an denen lanzettliche, bis zu acht Zentimeter lange Blätter sitzen. Zerreiben Sie diese zwischen den Fingern, verströmen sie ein intensives Aroma, das an Kampfer erinnert. Von Mai bis September blüht der Salbei violett, weiß oder rosa. Wegen seiner antibakteriellen Eigenschaften wird Salbeitee gerne bei Erkältungen sowie Entzündungen im Mund- und Rachenraum eingesetzt.

7. Echtes Johanniskraut (Hypericum perforatum)

Echtes Johanniskraut
Johanniskraut ist eine ausdauernd krautige Staude, die bis zu einem Meter hoch werden kann. An der Blattspreite der spitz zulaufenden Blätter befinden sich Drüsenpunkte, die das wertvolle ätherische Öl enthalten. Von Juni bis August öffnen sich die leuchtend gelben Blüten mit den großen, in Büscheln stehenden Staubblättern. Fast jeder dürfte das purpurrote Johanniskrautöl kennen, dessen entzündungshemmende Eigenschaften bei leichten Verbrennungen und Wunden lindernd wirken. Zudem wird Johanniskraut bei Depressionen eingesetzt.

8. Thymian (Thymus vulgaris)

Thymian
Thymian bildet flache Polster aus sich stark verzweigenden Trieben. Die kleinen Blättchen dieses Heilkrauts sind auf der Unterseite behaart. Vom Mai bis in den Herbst hinein öffnen sich die in Scheinquirlen angeordneten, rosa bis violetten Lippenblüten. Wegen seiner antibiotischen Wirkstoffe hat sich Thymian insbesondere bei Atemwegserkrankungen wie Bronchitis oder Grippe bewährt. Er wird auch gerne bei Entzündungen der Mundschleimhaut eingesetzt und hilft gut gegen Mundgeruch.

9. Lavendel (Lavandula angustifolia)

Lavendel
Beim Echten Lavendel handelt es sich um einen Halbstrauch, der an optimalen Lagen eine Höhe von bis zu 150 Zentimeter erreichen kann. Das lanzettliche Laub ist graugrün gefärbt und auf beiden Blattseiten von einem weißen Filz bedeckt. Die von Mai bis Ende September erscheinenden Lippenblüten sitzen in Scheinähren an steil aufragenden Stielen. Schlafen Sie schlecht, können Sie sich vom Duft des Lavendels in die Nachtruhe begleiten lassen. Lavendel wirkt zudem abschreckend auf Insekten und hält Kleidermotten fern.

Geheimtipp: Brennnessel (Urtica dioica)

Brennnessel
Brennnesseln wachsen nahezu überall. Die voller Heilkraft steckenden Blätter mit dem markant gesägten Blattrand sind auf der Oberseite mit Brennhaaren besetzt. Tragen Sie deshalb bei der Ernte Handschuhe oder streifen Sie diese beherzt von unten nach oben ab. Brennnesselblätter werden zu Tees oder Tinkturen verarbeitet und sind eine vitaminreiche, äußerst gesunde Zutat in Smoothies. Das Heilkraut wirkt gegen Hauterkrankungen und wird gerne zur Harnförderung eingesetzt.



Häufig gestellte Fragen

Welches sind die beliebtesten Heilpflanzen?

Zu den beliebtesten Heilpflanzen zählen unter anderem Pfefferminze, Salbei und Echtes Johanniskraut. Die Beschreibung aller Pflanzen finden Sie in unserer Übersicht.

Was versteht man unter Heilkräutern?

Unter Heilkräutern versteht man Pflanzen, deren natürliche Inhaltsstoffe bei verschiedensten Erkrankungen hilfreich sind. Viele Arzneipflanzen kommen bereits seit Hunderten von Jahren zum Einsatz.