So werden Tulpen richtig eingepflanzt

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Tulpenzwiebel im September einpflanzen.

Herbstzeit ist Pflanzzeit. Das gilt vor allem für die meisten Zwiebelgewächse, so auch für die Tulpenzwiebeln. Sobald die Temperaturen fallen, kann man bis zum Frostbeginn (das kann auch noch im Dezember sein) die Frühblüher in die Erde stecken. Beim Anbau von Tulpen im Garten sind einige grundlegende Regeln zu beachten.

Die richtige Zeit

Tulpenzwiebeln werden schon früh, meist bereits im September, in den Gartencentern und Einkaufsmärkten angeboten. Sofort möchte man Tulpenzwiebeln kaufen und anpflanzen. Doch für ein Einpflanzen ist es noch viel zu früh. Im September kann der Boden noch bis an die 20 Grad warm sein und die Tagestemperaturen liegen auch noch im hohen spätsommerlichen Bereich. Die Zwiebeln würden in der Erde zwar schnell keimen, doch spätestens im Oktober wird es kalt, möglicherweise gibt es im November Minustemperaturen und die jungen Keime würden schließlich erfrieren.

Einem Zwiebelkauf im September steht jedoch nichts im Wege, wenn die Zwiebeln anschließend richtig gelagert werden. Sie benötigen einen kühlen, luftigen und trockenen Ort, beispielsweise einen kühlen Kellerraum oder das schattige Gartenhäuschen, wo sie die Zeit bis zum idealen Pflanztermin ungestört überstehen können.

Damit die Tulpenzwiebeln im Frühjahr pünktlich auskeimen, benötigen sie im Herbst einen Kältereiz. Etwa ab Ende Oktober liegen die Bodentemperaturen unter 10 Grad, die Erde hat die optimale Menge an Feuchtigkeit und Nachtfröste sind noch nicht zu erwarten. Je nach Wetterlage kommt es vor, dass noch im Dezember gute Pflanzbedingungen herrschen. An einem trüben, kühlen Tag sollte man sich alles für die Tulpenpflanzaktion zurecht legen.

Der richtige Standort

Bevor mit dem Einpflanzen begonnen wird, sollten die richtigen Standorte für die Tulpen ausgesucht und vorbereitet werden. Ideal sind vollsonnige und warme Plätze im Blumenbeet. Da Tulpen ursprünglich aus Steppengebieten kommen, sind sie in relativ trockenen Beeten gut aufgehoben. Böden, die zu Staunässe neigen sind für Tulpen ungeeignet, wenn nicht bei der Pflanzung eine Drainage aus grobem Kies oder Tonscherben eingearbeitet wird. Eine Drainage ist zwingend erforderlich, wenn Tulpenzwiebeln in großen Töpfen oder Kübeln auf der Terrasse oder dem Balkon kultiviert werden. Besonders hoch wachsende Tulpenarten stehen gut zwischen halbhohen Stauden, da sie sie hier bei windigem Wetter einen guten Halt finden.

Einen besonderen Standort benötigen Wildtulpen und einige botanische Arten, die man zum Verwildern anpflanzen möchte. Sie bevorzugen Steingärten und steppenartige Freiflächen, wo sie über mehrere Jahre am gleichen Ort verbleiben können. Diese Tulpenarten kann man auch vor oder unter lichte Laubgehölze einsetzen. Wildtulpenzwiebeln kann man auf einfache Weise mit einem Zwiebelpflanzer einpflanzen. Mit dem Pflanzer bohrt man ein ausreichend breites und tiefes Loch für die etwas kleineren Zwiebeln in den Boden. Man kann eine Portion Hornspäne gemischt mit Erde hineingeben, die Zwiebel darauf stecken und das Loch auffüllen und angießen. Eine weitere Pflege ist für verwildernde Tulpen nicht nötig.

Das Einpflanzen der großen Tulpensorten

Die kräftigen Zwiebeln werden in geräumige Pflanzlöcher gesetzt. Auf diese Weise geht man dabei vor:

  1. Als erstes sollte der ideale Standort feststehen.
  2. Man lockert hier die Erde gut auf.
  3. Dann wird ein passendes Pflanzloch ausgehoben.
  4. Das Loch sollte so tief sein, wie der dreifache Zwiebeldurchmesser.
  5. Mangelt es dem Boden an Durchlässigkeit und besteht die Gefahr von Staunässe, ist eine Drainage aus Tonscherben einzuarbeiten.
  6. Sind Wühlmäuse im Garten, wird als nächstes ein Drahtkorb ins Loch gesetzt.
  7. Füllen Sie dann etwas Erde ins Loch.
  8. Zum besseren Start können Sie sofort eine Handvoll Hornspäne ins Loch geben.
  9. Nun setzen Sie die Zwiebeln ein. Achten Sie darauf, dass die Spitze nach oben zeigt. Wird die Zwiebel falsch herum eingesteckt, braucht die Pflanze viel länger, um an die Oberfläche zu kommen.
  10. Der Erdaushub wird mit Kompost oder nochmal mit Hornspänen gemischt.
  11. Dann deckt man die Tulpenzwiebeln mit der Erde zu.
  12. Gut andrücken und angießen.
  13. Wenn man die Pflanzstelle im Frühjahr leicht wiederfinden möchte, steckt man einen Markierungsstab am Ort in den Boden.

Topfkulturen

Tulpenzwiebeln können Sie ganz einfach auch in Blumentöpfe, Kübel oder Balkonkästen setzen. Die Behältnisse sollten so tief sein, dass sich die Wurzeln gut ausbreiten können und der Tulpe einen guten Stand geben. Da Balkonkästen nicht so tief sind, verwendet man hier besser kurzstielige Sorten. Sie halten an windigen Tagen besser Stand. Topfkulturen sind anfälliger bei frostigen Temperaturen. Damit die Behälter bei starkem Frost nicht durchfrieren, empfiehlt es sich, die Töpfe geschützt auf isolierende Unterlagen (Styroporplatte, Holzbrett) zu stellen und die Töpfe selbst mit Vlies einzuwickeln. Die Pflanzbehältnisse sollten nicht in einen warmen Raum gestellt werden, da die Tulpenzwiebeln im Frühling nur üppig blühen, wenn sie einem Kältereiz ausgesetzt wurden.